Wein,- Obst- und Gartenbauverein Feuerbach gegründet 1881 e.V.

... über 125 Jahre Hand und Herz für die Natur


Geschäftsstelle: Vorsitzender Steffen Wirth * Linzer Str. 21 * 70469 Stuttgart * Tel.: 0711/ 81 41 13

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Aus einer der zwei Keltern, bereits 1356 erwähnt, erwuchs an dieser Stelle die seit 1525 bekannte große Kelter. Diese wurde 1789 neu erbaut. Ein in dieser Größe zu dieser Zeit einmaliges freitragendes Sandstein-Gebäude ohne Stützpfeiler. Im zweiten Weltkrieg stark beschädigt, aber dank beherzter Honoratioren wieder hergestellt. Die jetzige Kelter ist somit bereits über 220 Jahre alt.

Bis zum Anfang dieses Jahrhunderts wurde die Größe der Keltern an den Kelterbäumen gemessen. Feuerbach besaß 1525 zwei Keltern mit insgesamt sieben Kelterbäumen.

Mit dem Einzug der Technik wurden die Kelterbäume zunächst durch Spindel- und später durch hydraulische Pressen ersetzt.

Bis in die siebziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts waren die hölzernen Presskörbe und auch die hölzernen Zuber und Bütten (Zuber ist oben breiter, Bütte ist unten breiter) sowie die hölzernen Raspeln im Einsatz.

Das Holzwerk musste rechtzeitig vor dem Herbst gewässert werden (6 bis 8 Wochen) und der Wasserverbrauch war enorm.

In den Siebziger Jahren wurden die Zuber auf Kunststoff umgestellt. Im Gegensatz zu den Weingärtnergenossenschaften gibt es bei uns keine Einheitsgröße. Die Zuber sind an den Erfordernissen der einzelnen Wengerter ausgerichtet.

1980 wurde die kleine Presse in der Kelter durch eine Horizontal Weinpresse Marke Vaslin ersetzt. Damals wurde der Kelterbetrieb noch von der Stadt bewältigt, die Presse wurde durch eine Spende durch den Verein finanziert wie so viele der erforderlichen Geräte direkt angeschafft wurden.

Mit dieser Presse können 250 bis 300 kg frischer Maische (d. h. Weißwein oder Weißherbst) in 1,5 Std. gepresst werden. Bei gegorener Maische können bis zu 620 kg in 2 Std. gepresst werden (Trollinger).

1989 wurde die alte hölzerne Raspel durch eine neue Edelstahlraspel ersetzt.

Außerdem wurde 1989 eine Howard Rotapress Pneumatik angeschafft. Bei dieser Presse wird der Trester mit einem Luft gefüllten Pressbalg gepresst. Es können kleinste Mengen und bis zu 1200 l in dem Presskorb eingefüllt werden.

Seit dieser Zeit haben auch in Feuerbach die hydraulischen Pressen ausgedient und nur die große Presse blieb als Anschauungsstück stehen.

1990 wurde der Kelterbetrieb erstmals vom Verein durchgeführt.

1991 wurde noch eine Speidel Hydropresse angeschafft. Mit ihr können Kleinstmengen von 10 l bis 90 Liter gepresst werden. Durch einen Gummibalg, der mit Wasser gefüllt wird, drückt es den Trester an das Edelstahl Sieb und der Saft wird durch die Sieblöcher gepresst.

1992 übernahm der Verein durch eine ganzjährige Pacht auch den kompletten Kelterbetrieb. Mit der Übernahme wurde auch alles bewegliche Inventar von der Stadt erworben.

 

Alle Keltern haben nur wenige Wochen im Jahr Aktivität

  • Geschirr gehört den Wengerter
  • Einrichtung und Installation dem WOGV
  • Der Stadt Stuttgart das Gebäude

Heute benutzen noch ca. 30 Feuerbächer bzw. auswärtige  Wengerter die Kelter.

 

Betrieb

Die Kelter benutzen Wengerter die sich nicht einer Genossenschaft angeschlossen haben. Dies hat den Vorteil oder Nachteil, dass sie ihren Wein selbst vermarkten müssen. In jedem Fall behalten sie jedoch ihren Wein, es wird nichts zusammengemischt.

Für einen reibungslosen Ablauf ist es erforderlich, dass sich jeder Kelterbenutzer anmeldet wenn er die Kelter benützen will.

In der Reihenfolge der Ankunft am Lesetag wird geraspelt, d.h. die Traubenbeeren werden von den Kämmen und Stielen mit der Raspel getrennt.

 

Kelter_4

Wengerter beim raspeln
 

Danach kommt die Maische in die eigenen Zuber.

Jedem Wengerter wurde ein Zuberplatz zugewiesen.

Bei den Plätzen die derzeit leer stehen, befinden sich die Zuber noch bei den Besitzern im Weinberg um das Lesegut aufzunehmen oder in deren Lager.

Die Zeit, welche die Maische in den Zubern bleibt zum Gären und Farbstoff der Häute aufzunehmen ist von der Rebsorte und dem gewünschten Wein abhängig.

Für Weißwein und Weißherbst ca. 10 Stunden bis zu einem Tag.

Für Rotwein und Schiller mind. 3 - 4 Tage bzw. auch mehr wie eine Woche.

Dort muss sich ein Maischekuchen bilden der sich hoch schafft.

Wichtig ist, dass der Zuber nicht zu voll und auch nicht zu leer ist. Wenn der Zuber vor der Gärung zu voll gefüllt wird, läuft er durch die Gärung über. Befindet sich zu wenig Maische im Zuber, sollte ein kleinerer Zuber gewählt werden sonst kommt die Gärung nicht richtig in Gang.

Die Maischegärung ist bei uns seit Jahrhunderten üblich. Durch diese wird der Wein wie nach alter Väter Sitte ohne Hocherhitzung (wie heute bei Genossenschaften üblich) vergoren.

Nach dem Gären kommt der Wein auf die Presse.

Der dann entstandene Rohwein geht zum weiteren Ausbau zu den einzelnen Wengertern nach Hause oder sie verkaufen den Rohwein an Weinhändler, in den letzten Jahren an die Fa. Kern.

Daraus folgt, dass der Maische vergorene Wein nur bei den Wengerter oder bei Fa. Kern bzw. Firma Streng welche Weine vermarktet zu kaufen ist.

Diesen in der Feuerbacher Kelter, Maische vergorenen Wein gibt es in den Besenwirtschaften:

dr' Emil, Kornvogel und Ulmer.

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